Schlagwort-Archiv: Simultane Multifokallinsen

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Immer mehr langjährige Kontaktlinsenträger kommen in das Alter, in dem die erste Lesebrille notwendig wird. Was liegt näher als der Wusch auf eine zusätzliche, über den Kontaktlinse getragene Lesebrille, zu verzichten und stattdessen eine “Mehrstärken-Linse” , ähnlich einer Gleitsichtbrille.

In vielen Fällen kann dieser Wunsch heute erfüllt werden.
In diesem Artikel wollen wir kurz die verschiedenen Arten von multifokalen Linsen aufzeigen.

Die am häufigsten verwendete Mehrstärkenlinsen sind Linsen des sogenannten “simultanen Typs”.

Die Besonderheit dieser Linsen ist, daß die verschiedenen Stärkezonen in konzentrischen Ringen im Zentrum der Kontaktlinsen untergebracht sind.

Der entscheidene Teil der Optik einer multifokal-simultanen Kontaktlinse liegt also in dem recht kleinen Bereich von ca. 3-6mm Durchmesser direkt vor der Pupille. Zonen außerhalb dieses Bereiches dienen nicht zum scharfen Sehen, sondern nur zum guten und komfortablen Sitz der Linse.

Meist sind es zwei fest definierte Stärkezonen oder eine fest definierte Stärke in der Zentrumszone und ein fließender Stärke-Übergang zur äußeren Zone.

Vorteile des “simultanen Linsentyps”:
Die Anpassung ist recht einfach und schnell.
Die Herstellung dieser Linsen relativ einfach und die Kosten daher überschaubar.
Die Eingewöhnungszeit für den Linsenträger erfolgt innerhalb weniger Stunden oder Tage.
Egal in welche Richtung man blickt. Der multifokale Effekt ist immer da.
Beispiel: Ein Handwerker der “über Kopf” arbeitet, sieht auch beim Blick schräg nach oben scharf. Mit einer Gleitsichtbrille wäre das nicht möglich, da hier ausschließlich beim Blick nach schräg unten in der Nähe scharf gesehen wird.

Nachteile des “simultanen Linsentyps”:
Da Nah- und Fernzone gleichzeitig über der Pupille liegen, gelangt auch gleichzeitig ein Bild von der Nähe als auch von der Ferne auf die Netzhaut. Ein Bild muß dabei von Linsenträger “unterdrückt” werden. Das passiert ganz unbewußt und kann von Träger nicht groß gesteuert werden.
Sitz die Linse nicht exakt über der Pupille oder verrutscht beim Lidschläger etwas stärker, ist die Abbildung natürlich gestört und das Sehen entsprechend schwankend.
Durch die unterschiedliche Pupillengröße bei unterschiedlichen Helligkeiten, können Probleme auftreten.

Alles in allem ist dies aber der mit Abstand am meisten verbreitete Typ von Multifokallinsen. Insbesondere von weichen Linsen. Inzwischen ist dieser Linsentyp als weiche Tages-, Monats- oder Jahreslinse erhältlich.
Durch die geschilderten Nachteile funktionieren Multifokallinsen nicht bei jedem zur vollen Zufriedenheit.
Inzwischen kann aber jeder mit Kleingebinden von multifokalen Tageslinsen sehr kostengünstig testen, wie das Seherlebnis mit Multifokallinsen ausfällt.

Wenn sie ideal funktionieren, ist es natürlich eine feine Sache nicht immer eine Lesebrille “mitschleppen” zu müssen. In einigen Fällen taugt das Ergebnis auch “nur” als guter Kompromiss für spezielle Tragesituationen, bei denen keine sehr hohe Sehschärfe gefordert wird ( z.Bsp. Sport, abendliches Ausgehen usw… )
Ehrlicherweise muß man auch sagen, daß simultan-multifokale in machen Fällen Linsen schlichtweg nicht so funktionieren wie gewünscht. In diesen Fällen hat man aber mit den weiter unten genannten Linsentypen noch weitere Möglichkeiten.


In Teil 2 erfahren Sie mehr über sogenannte “alternierende Multifokallinsen“.